Politische Meinungsumfragen sind Unsinn
Im Auftrag von Massenmedien hat das Meinungsforschungsinstitut Isopublic am Freitag und Samstag 600 Schweizer darüber befragt, wen sie als Nachfolger von Bundesrat Leuenberger möchten. Die Befragung ergab, dass 43,4% der Befragten SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga als neue Bundesrätin sehen wollen. Simonetta Sommaruga ist zweifellos intelligent und dürfte im Vergleich zu Leuenberger und Calmy-Rey etwas weniger polarisieren. Doch was sind solche Umfragen wert? Welchen Sinn haben Sie?
Zweifellos haben Meinungsumfragen einen gewissen Unterhaltungswert. Das erklärt weshalb Massenmedien solche Umfragen durchführen. Der Nutzen solcher Umfragen ist jedoch gleich null und zwar selbst dann, wenn sie seriös sind. Zum einen weiss man nicht was für Leute befragt wurden bzw. ob die Umfrage repräsentativ ist und zum anderen weiss man nicht ob die Leute lügen oder nicht. Wenn man wirklich einen Bundesrat will, der die Mehrheit der Wähler hinter sich hat, dann muss man das Wahlsystem ändern. Dann muss man den Wählern das demokratische Recht einräumen die Bundesräte direkt zu wählen.
Auch vor Abstimmungen werden regelmässig Meinungsumfragen durchgeführt. Doch was soll das eigentlich bringen? Sowas dient doch eigentlich nur der Meinungsbildung von populistischen wischiwschi Politikern, die ihre politische Position anhand von Meinungsumfragen festlegen. Politiker, die aus Überzeugung und dem Glauben an ihr Fachwissen handeln, können auf Meinungsumfragen verzichten. Sie legen ihre Meinung nicht nach der allgemeinen Stimmungslage der Leser von Massenmedien fest. Vielmehr achten sie bei der Meinungsbildung auf die Werte, für die sie und ihre Wähler einstehen und auf das eigene oder das ihnen von Sachverständigen zugetragene Fachwissen.
Nach meinem demokratischen Verständnis treten Personen mit den Werten, für die sie einstehen zur Wahl an und vertreten ihre Meinung in der Öffentlichkeit. Dann werden sie entweder gewählt oder eben nicht. Es hat hingegen nichts mehr mit Demokratie zu tun, wenn Leute ihre Positionen für den Wahlkampf mit Hilfe von Meinungsumfragen festlegen und anschliessend ihre Politik mit Marketingmassnahmen verkaufen. Das ist keine Politik mehr, das ist nur noch eine Kombination von Opportunismus und Marketing. Der Wille zu Macht und Einfluss sollte aber nie im Zentrum stehen, denn das ist der Nährboden für Diktaturen und totalitäre Systeme.
In einer Demokratie sollten die Medien Zusammenhänge und Interessensgruppen sowie technologische und wissenschaftliche Fakten differenziert aufzeigen. Das ermöglicht es Bürgern auf Grundlage von differenzierten Informationen vernünftig zu entscheiden. Auch die politischen Interessen von Kandidaten und die Herkunft von Spendengeldern für ihren Wahlkampf sind zwingend offenzulegen. Es ist wichtig, dass die Wähler Zusammenhänge zwischen Kandidaten und Interessensgruppen erkennen können. Darauf sollten sich die Massenmedien konzentrieren, denn solche Informationen wären wesentlich hilfreicher als populistische Meinungsumfragen und Laienbefragungen.
Anmerkung zum Bild: Es soll die Position von Frau Sommaruga zur Gentechnologie aufzeigen. Egal ob sie für oder gegen Gentechnologie sind, als Wähler sollten sie diese kennen. Die nächsten Gesamterneuerungswahlen finden 2011 statt. Frau Sommaruga ist SP-Politikerin und wird vermutlich kaum Wahlkampfgelder von der Gentech-Industrie erhalten.
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Das UVEK beinhaltet auch das K – Kommunikation.
Hier hat Sommaruga mit ihrer Motion etwas erreicht.
Die Bürgerlichen haben vor allem durch technischen Ahnungslosigkeit geglänzt. Was gerade die FDP zum Thema “Set Top Boxen” veröffentlichte war absolut lächerlich. Das soll jetzt nicht heissen, dass eine Partei die volle Kompetenz in IT Themen besitzt.
Die SVP Wallis hat zwar stark gegen die CI+ Module gekämpft, ich wünschte mir auch die Mutterpartei hätte ein bisschen mehr Einsatz gezeigt. Aber den Artikel bei mir kennst du ja, du hast ihn ja selbst kommentiert
Wie du in meinen Blog lesen kannst, ich kommentiere primär aus der K Prespektive…
Es gibt Argumente für und Argumente gegen die Gentechnologie. Die Aufgabe der Parteien ist es sich zu positionieren. Die Aufgabe der Wähler ist es sich zu informieren und anschliessend entsprechend den Werten oder Zielen, die sie für richtig halten zu entscheiden.
In einer Demokratie sollten die Medien Zusammenhänge und Interessensgruppen aufzeigen sowie technologische und wissenschaftliche Fakten differenziert aufzeigen. Das ermöglicht es Bürgern auf Grundlage von differenzierten Informationen vernünftig zu entscheiden.
Meinungsumfragen und Laienbefragungen sind hingegen für die Abstimmung nicht von Relevanz. Man sollte sein Wahlverhalten nämlich nicht danach ausrichten was andere Wahl- und Stimmberechtigte wählen. Schliesslich kennt man ja weder deren Beweggründe noch deren Kenntnisstand. Man sollte sein Wahlverhalten nach seinen Werten, Überzeugungen und Zielen ausrichten.
Das Büro, das mit der Umfrage betraut wird, kennt logischerweise die Absichten des Auftraggebers. Somit werden bei telefonischen Umfragen nur jene angerufen, von denen man annehmen muss, dass sie das Wunschresultat des Auftraggebers bestätigen.
Dies betrifft leider nicht nur politische Umfragen, sondern alle Meinungsumfragen.
Das muss nicht zwingend der Fall sein. Hingegen ist bekannt, dass viele der angerufenen Lügen. Wenn man z.B. vor der Abstimmung der Minarett-Initiative gewisse Leute gefragt hätte, ob sie dafür oder dagegen sind, hätten die womöglich “dagegen” gesagt um anschliessend bei der Abstimmung ein “JA” für “ich bin dafür” zu stimmen. Warum? Weil es Leute gibt, die sich für ihre Meinung schämen oder aus beruflichen Gründen Angst davor haben zu sagen was sie denken. Wer wie ich sagt, was er denkt, muss zuweilen mit Retourkutschen rechnen….das nehmen eben viele ganz bewusst nicht in Kauf. Ich musste schon einiges einstecken, bekam aber auch schon von unerwarteter Seite Zuspruch.
Ausserdem haben solche Umfragen etwas populistisches an sich. Kein Wunder sind unter den Auftraggebern oft die Boulevard-Medien. Ein Politiker sollte SEINE MEINUNG UND SEINE LINIE Vertreten und nicht wie eine Opportunist ständig macht den Mehrheiten Ausschau halten. Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit.
Dass Leute bei Umfragen “lügen”, kann ich durchaus nachvollziehen.
Ich sage jeweils, dass ich mich noch nicht entschieden habe, in der Meinung, dass mein Entschluss nicht für Statistiker bestimmt ist.