22 Gripen für 10 Luftpolizeieinsätze pro Jahr?

Von Alexander Müller veröffentlicht am 7. Mai 2014 | 1.590 mal gesehen

Die Gripen-Befürworter sind sich ja im Rahmen ihrer Lügenkampagne nicht zu schade uns ein Märchen nach dem anderen aufzutischen. Eines dieser Märchen ist die Behauptung, unsere Luftwaffe würde den Gripen benötigen um ihre Luftpolizeieinsätze bewältigen zu können. Das ist jedoch ein fertiger Witz. Denn Gemäss einer Publikation des Bundes wurden z.B. im Jahr 2012 lediglich zehn Luftpolizeieinsätze von der Luftwaffe geflogen. Das ist weniger als ein Luftpolizeieinsatz pro Monat. Ausserdem wurden von diesen zehn Luftpolizeieinsätzen sechs während des Weltwirtschaftsforums geflogen.

Für das, liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, benötigen wir ganz sicher keine 22 Gripenflugzeuge!

Neben dem Luftpolizeidienst um Millionären und Staatsmännern am WEF zu imponieren oder verirrten Hobby-Piloten bei der Orientierung zu helfen, hat die Luftwaffe noch die Aufgabe den Schweizer Luftraum gegen Angriffe von aussen zu verteidigen. Doch selbst mit den 22 Gripen wäre die Schweizer Luftwaffe nur begrenzt dazu in der Lage. Das zeigt die folgende Milchmädchenrechnung des VBS:

VBS

Das VBS ist der Ansicht, dass die 22 Gripen die Durchhaltefähigkeit der Luftwaffe in Zeiten hoher Spannung und Bedrohung von zweieinhalb Wochen auf fünf Wochen verlängern könnte. Doch reicht das im Ernstfall wirklich aus? Wie sieht es bei schweren Luftangriffen aus? Wie viele Minuten hält die Schweizer Luftwaffe dann stand? Zehn Minuten?

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass Luftkriege lange dauern können. Eine Luftwaffe sollte somit wesentlich länger durchhalten können.

Der zweite Weltkrieg dauerte z.B. fast sechs Jahre lang. Er begann am 1. September 1939 mit dem Angriff auf Polen und Endete am 2. September 1945 mit der Kapitulation Japans. Trotzdem sind unsere kampfunerfahrenen Armeeplaner schon zufrieden, wenn die Luftwaffe bei optimalen Bedingungen ein paar Wochen durchhält. Das ist doch ein realitätsferner Witz von ein paar kampfunerfahrenen Planspielsoldaten.

Alleine die Luftschlacht um England dauerte schon rund 10 Monate! Sie begann im Juli 1940 und endete im Mai 1941. Auch danach waren die Luftwaffen aller Parteien noch fast bis zum Ende des Kriegs im Einsatz.

Somit steht fest, dass die Landesverteidigung bei der Beschaffung der Gripen-Flieger nicht im Vordergrund steht. Denn mit lediglich 22 Gripen und 32 F/A-18 Flugzeugen kann die Luftwaffe die Schweiz ohnehin nicht gegen schwere Angriffe verteidigen.

Die aktuelle Schweizer Luftwaffe ist als ganzes in Frage zu stellen. Die Schweiz sollte eine Luftwaffe haben, die in der Lage ist die Lufthoheit im Schweizer Luftraum zu garantieren. Dies nicht nur in Friedenszeiten! Dazu ist die Luftwaffe jedoch nur begrenzt in der Lage und daran würden auch 22 Gripen nicht viel ändern.

Seien wir ehrlich, die Schweizer Luftwaffe würde im Ernstfall genauso uralt ausgesehen wie die irakische im folgenden Video.

Empfehlung für Volksabstimmung vom 18. Mai 2014

Von Alexander Müller veröffentlicht am 3. Mai 2014 | 2.489 mal gesehen

Am 18. Mai 2014 stimmt das Volk über mehrere richtungsweisende Abstimmungsvorlagen ab. Das Volk kann darüber abstimmen ob es eine rückständige und erzkonservative Schweiz mit rechtsstaatlich zweifelhaften Gesetzen haben möchte oder ob es ein liberaleres Land vorzieht. Mir ist es wichtig, dass die Schweiz rechtsstaatliche Prinzipien einhält und ich möchte in einer liberalen Schweiz leben.

Hier meine Empfehlung für die Volksabstimmung vom 18. Mai 2014 für die Bundesvorlagen:

Volksabstimmung

Erläuterung:

  • Dank Telemedizin, hoher Mobilität und Ärztezentren braucht es heute nicht mehr so viele Dorfärzte wie früher. Das Gesundheitswesen ist schon heute viel zu teuer. Einen weiteren Ausbau braucht es nicht. Ich bin daher gegen den Bundesbeschluss über eine nicht mehr zeitgemässe medizinische Grundversorgung.
  • Die Pädophilieninitiative ist aus rechtstaatlicher Sicht im höchsten Masse bedenklich. Sie tritt das Verhältnismässigkeitsprinzip mit Füssen. Die Befürworter der Initiative spielen mit den Emotionen der Bürger, sie appellieren an das Bauchgefühl. Ich appelliere an den Verstand. Das Aktuelle Gesetz wurde bereits verschärft und ist besser als die Pädophileninitiative, die einfach nur unnötig ist und neues Leid schafft. Ich empfehle ein NEIN zur Pädophileninitiative.
  • Die Mindestlohninitiative ist ein antiliberaler Angriff der Linken auf den Wirtschaftsstandort Schweiz. Sie gefährdet Arbeitsplätze und schadet der Wirtschaft. Ich empfehle daher ein NEIN zur Mindestlohninitiative.
  • Das Gripen-Fonds-Gesetz soll die Finanzierung von 22 Gripen für unsere Luftwaffe ermöglichen. Ich halte den Gripen für das falsche Flugzeug. Testergebnisse waren unbefriedigend und die Version, welche die Schweiz beschaffen will, existiert derzeit nur auf dem Papier. Von der Luftwaffe erwarte ich ein taugliches Verteidigungskonzept bevor wir über die Beschaffung von neuen Flugzeugen abstimmen. Dieses liegt nicht vor. Ich stimme daher NEIN zum Gripen-Fonds-Gesetz.

Hier meine Empfehlung für die Volksabstimmung vom 18. Mai 2014 für die Vorlagen im Kanton Zürich:

Volksabstimmung_ZH

In einem säkularen Rechtsstaat sollten Kirchensteuern auf freiwilliger Basis von „echten“ Gläubigen gezahlt werden. Staatlich eingetriebene Zwangskirchensteuern passen einfach nicht zu einem säkularen Rechtsstaat und widersprechen zudem der verfassungsmässig garantierten Glaubens- und Gewissensfreiheit. Dies indem Kantone juristische Personen, also Kapitalgesellschaften, Vereine, Stiftungen und Genossenschaften zum Zahlen von Kirchensteuern für die Landeskirchen zwingen. Das ist eine Ungerechtigkeit und steht im Widerspruch zu einer liberalen Gesellschaftsordnung. Ich empfehle allen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern im Kanton Zürich JA zur Kirchensteuerinitiative zu stimmen. Eure Vorfahren haben im Kanton schon ganze Klöster geschlossen, so könnt ihr auch die Zwangskirchensteuer abschaffen! Wir brauchen keine mit Zwangskirchensteuern finanzierte kirchlichen Prunkbauten im Kanton Zürich.

Darum gehört die Kirchensteuer abgeschafft!
Darum gehört die Kirchensteuer abgeschafft!

Die Volksinitiative für ein Werbeverbot von alkoholischen Getränken auf Sportplätzen sowie an Sportverantstaltungen ist antiliberal und schadet der Wirtschaft. Ich halte nichts von antiliberalen Abstinenzlerbewegungen und deren sektiererischen Ansichten. Alkohol ist ein gesellschaftlich anerkanntes Genussmittel. Ehrbare Wein- und Bierproduzenten schaffen Arbeitsplätze und zahlen Steuern. Ein Werbeverbot für Alkohol ist falsch, denn nicht jeder, der Alkohol trinkt, ist Alkoholiker. Zudem trinken die meisten Leute auch ohne Werbung Alkohol. Der Alkoholkonsum ist im Vergleich zu früher ausserdem rückläufig. Ein Werbeverbot für alkoholische Getränke macht daher überhaupt keinen Sinn. Ich lehne die Initiative entschieden ab und empfehle ein NEIN.

Gripen ist eine sicherheitspolitische Fehlinvestition

Von Alexander Müller veröffentlicht am 25. April 2014 | 1.548 mal gesehen

Die absurde Kampagne der Gripen-Befürworter, zeigt wie unsinnig das Gripen-Fonds-Gesetz ist. Lange Zeit wurde der Bundesrat von SVP-Groupies und Blocher-Hörigen als Verräter-Vereinigung angesehen. Ausgerechnet beim Gripen werden diese Leute zu staats- und obrigkeitsgläubigen Etatisten, die dem Bundesrat einen „kompetenten“ Entscheid in Bezug auf die Landesverteidigung zutrauen. Dabei macht sich gerade Bundesrat Ueli Maurer unglaubwürdig. Er, der einst die beste Armee der Welt wollte, will jetzt ausgerechnet Gripen Flugzeuge beschaffen. Widersinniger und widersprüchlicher geht es kaum noch.

Jetzt investieren die Befürworter viel Geld in eine Kampagne, die beim unbedarften Teil unserer Bevölkerung, der selten etwas hinterfragt, Sympathien für den Schrott-Flieger wecken soll. Mit dem Slogan „Sicherheit zuerst“ werben sie für den Gripen.

Ich habe ernsthafte Zweifel an der Kompetenz von allen, die behaupten, dass der Gripen für die Sicherheit unseres Landes nötig sei und frage mich, wer diese teure Kampagne finanziert. Kommt das Geld aus Herrliberg, vom Bund, von SAAB oder gar von der NSA?

Selbstverständlich ist auch der Köppel von der Weltwoche für den Gripen, was sonst? Auch das macht die Sache keineswegs glaubwürdiger. Köppels Weltwoche gilt inoffiziell als Parteizeitung der SVP. Wohl nicht umsonst schreiben dort Leute wie Christoph Mörgeli ihre Kolumnen. Wacht endlich auf und macht die Augen auf.

Wer für Sicherheit ist, der ist gegen den Gripen!

Bevor wir über die Anschaffung eines neuen Flugzeugs nachdenken, sollten wir zuerst ein fähiges Verteidigungskonzept entwickeln. Das Verhalten des Armeechefs deutet jedenfalls darauf hin, dass ein solches fehlt. Er hortet bei sich zuhaue in seinem Keller 300 Liter Wasser. Offensichtlich traut selbst er unserer Landesverteidigung nicht allzu viel zu.

Armeechef Blattmann mit seinen Elitesoldaten (im Hintergrund)
Armeechef Blattmann mit seinen Elitesoldaten (im Hintergrund)

Ich kann die Schweizer Armee nicht ernst nehmen. Mich erinnert sie an eine Folklore-Truppe, die jeglichen Respekt verloren hat. Das beginnt ja schon mit der scheuslichen Ausgangsuniform im biederen Beamtenstil. Der Repräsentationscharakter dieser abscheulichen Uniform ist gleich null. Es ist richtig gschämig so etwas zu tragen. Angesichts solcher lächerlicher Uniformen wundert es mich nicht, dass es viele Junge gibt, die den Armeedienst verweigern. Auch die Baskenmütze für Soldaten, Beret genannt, ist ein stilistischer Fehlgriff. Jedenfalls sitzt sie selten richtig, Blattmann macht sich damit einfach lächerlich. Die für die Uniform-Beschaffung verantwortlichen Beamten sollten sich an den Paradeuniformen ausländischer Armeen ein Beispiel nehmen. Ich war jedenfalls stets froh, dass ich mit dem TAZ nachhause durfte, weil die Ausgangsuniform eine Beleidigung für jeden stilbewussten Menschen ist.

So ein Auftritt macht einfach mehr Eindruck als der Auftritt von Blattmann in Ausgangsuniform.
So ein martialischer Auftritt macht einfach mehr Eindruck als der Auftritt von Blattmann in Ausgangsuniform.

Ich bezweifle ernsthaft, dass unsere obersten Soldaten „Krieger“ sind. Sie sind Verwaltungsbeamte ohne praktische Erfahrung, die Krieg und Kampf nur in der Theorie kennen. Die kennen sich mit Planspielen aus. Genauso beschaffen sie auch ihre Uniformen und Waffen. Seit Gründung des Bundesstaats hat die Schweizer Armee keine Kampferfahrung und das sieht man ihr auch an.

Junge Menschen haben Ideale und wollen etwas im Leben erreichen. Wer junge Menschen für die Armee begeistern will, der muss ihnen etwas Sinnvolles bieten können. Die verantwortlichen Militärs müssen die Jungen davon überzeugen können, dass unsere Landesverteidigung sinnvoll ist. Das ist aber nur möglich, wenn unsere Armee tatsächlich über die dazu nötige Kampfkraft verfügt. Eine gute Armee vermittelt ihren Angehörigen Kameradschaft, Gemeinschaftssinn und die Entschlossenheit für ihr Vaterland zu kämpfen. Aber gerade das wollen die biederen Beamten und die verantwortlichen Politiker offenbar nicht. Eine Armee, wie die aktuelle Schweizer Armee überzeugt einfach nicht.

Die Armee soll erst einmal ein vernünftiges Verteidigungskonzept erstellen ehe sie Spielzeuge für ihre Planspiel-Soldaten kauft.

Gripen: Angstmacherei von Ueli Maurer ist lächerlich

Von Alexander Müller veröffentlicht am 16. April 2014 | 1.848 mal gesehen

Wie sehr die Gripen-Beschaffung Ueli Maurer zu schaffen macht, konnte man heute in der Sendung Rundschau sehen. Allzu belastbar scheint der Mann nicht zu sein. Souverän kam er mit seinen deplatzierten und geradezu unanständigen Bemerkungen jedenfalls nicht herüber.

Um was geht es?  Die SVP und einige Schönwetter-Offiziere unserer Armee wollen die alten Tiger mit 22 Gripen ersetzen. Geplant ist, diese für den Luftpolizeidienst einzusetzen. Mit anderen Worten für Einsätze wie die Luftüberwachung beim WEF oder für das hinaus Eskortieren von deutschen Kampfflugzeugen, die sich an der Grenze zwei bis drei Meter in den Schweizer Luftraum hinein verirrt haben.

Wozu die Gripen garantiert nicht ausreichen, ist für das Abwehren von schweren Luftangriffen.

Die Anschaffung der Gripen ist zum jetztigen Zeitpunkt insbesondere bei einem Planungshorizont bis 2050 nicht dringend. Bei einem derart langen Planungshorizont können wir uns auch noch ein paar Jahre länger Zeit mit der Beschaffung von Kampfflugzeugen lassen. Diese Zeit könnten wir nützen um weitere Kampfflugzeuge und andere Waffensysteme zu testen. Die Zwängerei des Bundesrats ist also völlig deplaziert.

Warum hat es Bundesrat Maurer nötig Ängste zu schüren? Hofft er bei der Abstimmung über die Gripenfinanzierung auf die Unterstützung einer verängstigen bzw. überängstlichen Bevölkerung?

Zu dieser gehört offenbar auch unser oberster Soldat. Wenn er furchtloser wäre, würde er wohl weniger Wasser und dafür etwas mehr Wein in seinem Keller horten. Soviel Wasser in einem Land wie der Schweiz im Keller zu Horten, wie es unser oberster Soldat tut, ist ein Unsinn. Es wäre sicher sinnvoller die Sicherheitsstandards bei der Wasserversorgung zu erhöhen.

So könnten man z.B. ein paar Forellen im Wasser schwimmen lassen und sie beobachten. Sollten sie mit dem Bauch nach oben schwimmen, könnte es am Wasser liegen. Das wird z.T. wahrscheinlich sogar schon gemacht. Auch eine dezentrale Wasserversorgung macht Sinn, da Täter dann einen grösseren Aufwand betreiben müssten um sämtliche Wasserreservoirs unseres Landes zu kontaminieren.

Klar im Vorteil ist natürlich auch, wer eine eigene Quelle auf seinem Grundstück hat und über einen Atombombenbunker mit Selbstschussanlagen, Waffenarsenal, Luftfiltern, eigener Wasser- und Energieversorgung und einem Lebensmittelvorrat für 10 Jahre verfügt. Eine ausgeprägte Paranoia kann bei der Beschaffung von all dem von grossem Nutzen sein.

Ich frage mich, ob die Schweizer Luftwaffe in der Lage wäre, in den Schweizer Luftraum eindringende F-22 Raptor zu erkennen, bevor diese unsere Militärflugplätze zerstören. Hier ein kleiner Überblick, über das,  was es derzeit gibt.

Bis 2050 könnten sogar Laserwaffen, die auf Satelliten, Kriegsschiffen oder Flagtürmen stationiert sind, zum Einsatz kommen. Ich möchte von Ueli Maurer und seinen Zuflüsterern mal hören, wie sie mit dem Gripen einen Laserangriff aus dem All abwehren wollen. Bei einem Planungshorizont bis 2050 sollte das wohl in die Planung miteinbezogen werden. Aber dazu mangelt es unseren Sicherheitsverantwortlichen wohl an Weitblick. Mich erinnert das an die französischen Generäle im 2. Weltkrieg, die Frankreich mit Strategien aus der Zeit des 1. Weltkriegs verteidigen wollten. Frankreich baute in den 1930er Jahren die Maginot-Linie. Als es ernst wurde, erwies sie sich als nutzlose Fehlinvestition.

PS: Einige Ideen, wie z.B. jene von Flugzeugen, die von U-Booten starten, sind nicht neu. Es gab bereits im 2. Weltkrieg U-Boot Flugzeugträger. Es handelte sich dabei um japanische U-Boote der I-400 Klasse. Die Amerikaner übernahmen nach dem Krieg deutsche und japanische Technologie und bauten mit Raketen bestückte Atom-U-Boote. Auch die Stealth-Technologie ist nicht wirklich neu. Bereits im 2. Weltkrieg bauten Deutsche und Japaner U-Boote die Radarwellen absorbieren und ablenken konnten.

Auch die Idee des Stealth-Bombers bzw. eines Bombers mit Tarneigenschaften gegenüber Radar stammt bereits aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Schweizer Luftwaffenverantwortliche und der Bundesrat scheinen selbst heute noch nicht begriffen zu haben wie wichtig Tarneigenschaften bei Kampfflugzeugen sind.

Die SVP will den Gripen, die NSA auch!

Von Alexander Müller veröffentlicht am 9. April 2014 | 1.429 mal gesehen

Ueli Maurer und seine SVP wollen den Gripen auf Teufel komm raus. Notfalls auch ohne Zustimmung des Volks. So haben SVP-Exponenten bereits einen Plan B aus der Tasche gezogen. Diesem zufolge sollen die Flugzeuge bei einem NEIN zum Gripen-Fonds-Gesetz halt einfach im Rahmen des vorhandenen Budgets beschafft werden. So würden halt statt alle 22 auf einen Schlag über mehrere Jahre hinweg jeweils ein paar Flugzeuge gekauft.

Der folgende Film ist eine täuschend echte Verarschung. Sie offenbart, dass einige Westschweizer zumindest ein paar SVPler als hinterwäldlerische Betonköpfe mit schriller Stimme ansehen.

Freude am Gripen dürfte auch die NSA haben. Das Funksystem des schwedischen Jets soll von der amerikanischen Firma Rockwell Collins geliefert werden. Diese lässt ihre Geräte von der NSA zertifizieren. Wer weiss, vielleicht fliegen NSA- und NATO-Spitzel dann jeweils mit, wenn ein Schweizer Gripen abhebt. Was für ein ausgekochter Schildbürgerstreich!

Gripen-NSA

Die Schweizer Luftwaffe ist scheinbar nicht in der Lage, das Steuerprogramm des Funks im Detail zu kontrollieren. Saab und das Verteidigungsdepartement von Ueli Maurer betonen jedenfalls, dass es für gewisse Komponenten US-Technik brauche. Das mag bezüglich Abhör- und Ortungstechnik von der NSA wohl zutreffen. Es ist erstaunlich was für Leute für Recht, Ordnung und Sicherheit in unserem Land zuständig sind. Mit unserer Landesverteidigung scheint es genauso schlecht bestellt zu sein wie mit unserem Rechtsstaat.

Der folgende Film zeigt einen Gripen-Crash. Es würde mich übrigens nicht wundern, wenn dieser Crash von unserem Verteidigungsdepartement als Schleudersitztest interpretiert wird.

Immerhin, die Flieger verschrotten sich von selbst.

Die Schweden sind doch froh, wenn sie einen Dummen finden, der ihnen ihren unausgereiften Schrott abkauft.

Armee-Chef Blattmann

Von Alexander Müller veröffentlicht am 23. März 2014 | 2.044 mal gesehen

In einem Interview mit dem Sonntagsblick versucht Armeechef Blattmann aus der Krimkrise Kapital zu schlagen und sie für Werbung für den Gripen zu nutzen. Dies indem er allen Ernstes behauptet, dass ein Funke für einen Grossbrand reichen könne. Seine Aussage untermauert er mit dem Hinweis auf die Ermordung des österreichischen Thronfolger-Ehepaars in Sarajevo am 28. Juni 1914. Das ist plumpe Angstmacherei, wie sie im Internet auch bereits schon von Verschwörungstheoretikern geschürt wird.

Bei solchen Ereignissen müssen immer die politischen Gesamtumstände in die Beurteilung der Lage miteinbezogen werden. Damals vor Ausbruch des 1. Weltkriegs suchten die Militärs nach einem Grund für einen Krieg. Sie wollten einen Krieg und sie waren in der Lage ihren Willen politisch durchzusetzen! Die aktuelle Lage in der Ukraine ist etwas ganz anderes. Niemand in den entscheidenden Positionen will ernsthaft einen Krieg. Die Europäer sind froh, wenn sie den Russen Hubschrauberträger liefern können und von ihnen im Gegenzug Rohstoffe erhalten. Wir Schweizer sind froh, dass es russische Investoren wie Vekselberg gibt. Es handelt sich bei den Ereignissen in der Ukraine und auf der Krim um eine regionale Krise, die auf die betroffene Region eingegrenzt werden kann.

Wissenswertes über die Krim
Die Krim wurde bereits während des russisch-türkischen Kriegs am 8. April 1783 von der russischen Zarin Katharina II. formell  „von nun an und für alle Zeiten“ als russisch deklariert! Nach der Eroberung der Krim gründeten die Russen die Stadt Sewastopol, welche bis heute der Hauptstützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte ist.

Von 1853 bis 1856 war die Krim Schauplatz des Krimkriegs. Schon damals kämpften Grossbritannien und Frankreich zusammen mit den Osmanen gegen die Russen. Die K&K Monarchie nutzte damals Russlands Defensive für ihre eigenen Zwecke während sich Preussen neutral zurückhielt. Schon damals ergriff also der Westen aus egoistischen Motiven mehrheitlich einseitig gegen Russland Position.

Im 2. Weltkrieg verteidigten die Russen die Krim unter hohen Verlusten gegen deutsche und rumänische Truppen.

Ich rate den Europäern sich zurückzuhalten und sich für eine Deeskalation einzusetzen.

Blattmann äusserte sich auch über die NATO. Wie viele Offiziere halte ich nichts von einem NATO-Beitritt der Schweiz. Wäre die Schweiz NATO-Mitglied, dann würde es jetzt wahrscheinlich auch Schweizer Soldaten in Afghanistan geben. Die Neutralität wäre dann definitiv dahin. NATO-Mitglieder haben sich im Falle eines Angriffs gegenseitig beizustehen. Nachdem die USA am 11. September 2001 Opfer des bislang grössten Terrorakts der jüngeren Geschichte wurden, erklärten sie den Taliban in Afghanistan den Krieg. Dies weil diese Osama Bin Laden und seine Getreuen nicht ausliefern wollten. Der Afghanistan-Krieg begann und die USA forderten die übrigen NATO-Mitglieder auf ihnen beizustehen. Deshalb kämpften z.B. deutsche und französische Truppen in Afghanistan.

Kampfjet-Debakel

Von Alexander Müller veröffentlicht am 18. Februar 2012 | 3.476 mal gesehen

Die Beschaffung neuer Kampfjets verkommt immer mehr zum Debakel. Laut Ueli Maurer haben die Zuständigen des Bundes vergeblich versucht die Anschaffung der Kampfjets mit politischen Gegengeschäften zu verknüpfen. Man habe zum Beispiel versucht Zugeständnisse bei Steuerfragen zu erringen. Doch weder Deutschland, Frankreich noch Schweden seien dazu bereit gewesen. Offenbar hat unser Bundesrat wieder einmal einen Kniefall gemacht.

Angesichts dieser Tatsache muss man sich schon fragen wie dumm unsere Bundesräte eigentlich sind. Beim Kauf von Kampfflugzeugen sind Gegengeschäfte üblich. Wenn Deutschland, Frankreich und Schweden dazu nicht bereit sind, dann kauft man eben in den USA oder in Russland ein. Auf diesen qualitativ minderwertigen EU-Schrott kann man ohnehin verzichten.

Es ist doch unerhört! Wie blöd muss man eigentlich sein, wenn man bereit ist ohne Gegengeschäfte die Katze im Sack zu kaufen? Der von der Schweiz bestellte Gripen E/F existiert ja noch nicht einmal. Folglich ist er natürlich auch noch nicht getestet worden. Wie kann man sich bloss auf einen solchen Deal einlassen? Das ist doch strohdumm! Es sei denn, die Unterhändler haben in irgendeiner Weise profitiert. Zum Beispiel könnte Schmiergeld geflossen sein.

Ich als Steuerzahler habe grösste Mühe mit diesem Kaufvorhaben. Meiner Ansicht nach gehört der Kampfjet-Kauf unverzüglich sistiert und die Sache untersucht. Zudem sollte man sich überlegen ob man die für dieses Debakel Verantwortlichen nicht besser entlässt. Unser Land kann sich weder schlechte Waffen noch Schönwetter-Generäle und Generalstabsoffiziere ohne Kriegserfahrung leisten.

Landesverteidigung mit Schrott-Fliegern?

Von Alexander Müller veröffentlicht am 12. Februar 2012 | 3.995 mal gesehen

Endlich haben auch die Massenmedien gemerkt, worauf ich schon vor längerer Zeit hingewiesen habe. Der Bund will aus Spargründen Kampfflugzeuge einkaufen, die den Anforderungen unserer Luftwaffe nur bedingt genügen. Konkret geht es um den Gripen.

Der Gripen «erreichte in allen Missionen nie die minimalen erwarteten Anforderungen».

Die Details und die Einzelauswertungen dieses Luftwaffenberichtes vom November 2009 lassen kein gutes Haar am Gripen: Für Luftpolizei-Missionen erhielt er auf einer Skala von 0 bis 10 die Note 5,33. Mindestens eine 6 muss ein Jet erreichen, um die «minimalen erwarteten Fähigkeiten» zu erfüllen. Der Eurofighter kam im Bereich Luftpolizei auf 6,48, der Rafale auf 6,98.

Die künftigen Verbesserungen der Flugzeuge hat die Luftwaffe im Bericht bereits einkalkuliert. Doch auch der neue Gripen E/F, den die Schweiz beschaffen will (im Bericht als MS21 bezeichnet), erreichte in keinem der sechs getesteten Bereiche die Note 6. Für die Mission «Luftpolizei» erhielt der Gripen sogar die schlechteste Note. Vor allem wegen zu langsamer Abflugzeiten im Notfall (Note 4,7) und einer schlechten Ausdauerleistung (Note 3,8). (Quelle)

Das Einzige, was beim Gripen wirklich überzeugt ist der günstige Preis, zu dem dieser Schrott-Flieger angeboten wird. Ich finde es unerhört, dass die parlamentarische Sicherheitskommission ein solches Flugzeug gutheisst.

Unsere Politiker sollten endlich einmal wissen was sie wollen. Entweder wollen sie eine Armee, die ihren Auftrag erfüllen kann oder aber sie wollen sparen. Beides geht nicht!

Wenn Ueli Maurer die beste Armee der Welt will, dann sollte er sie auch mit den besten Waffen ausrüsten. Sogar die Türkei hat ja mittlerweile bessere Flugzeuge als wir. Das kann es ja wohl echt nicht sein oder?

Die beste Wahl zwischen Dassault Rafale, Grippen und Eurofighter wäre meiner Ansicht nach der Eurofighter gewesen. Wobei, keines der drei Flugzeuge wirklich überzeugt. Für die Schweiz besser geeignet, wäre die F-35 Lightning II. Diese kann auch senkrecht starten und landen. Die beste Wahl wäre jedoch der Luftüberlegenheitsjäger F-22 Raptor! Aber dieses Flugzeug können wir uns abschminken, denn die Amis geben es nicht her. Offenbar haben selbst die Isarelis bisher keine F-22 Raptor bekommen. Mit der F-22 und ein paar Tarnkappenbombern könnten die Israeli den Iran locker angreifen. Es wäre schon fast ein Sonntagsausflug. Jedenfalls hätten die Iraner kein ebenbürtiges Flugzeug, dass sie der F-22 entgegensetzen könnten.

Damit hat die iranische Luftwaffe übrigens etwas mit unserer Luftwaffe gemein. Auch unsere Luftwaffe hätte der F-22 nichts Ebenbürtiges entgegenzusetzen. Unsere Piloten würden im Falle eines Angriffs Selbstmordeinsätze fliegen, denn sie hätten kaum eine Chance. Eine Landesverteidigung wäre damit hinfällig. Aber Hauptsache der Bund hat etwas bei der Anschaffung von Schrott-Billig-Fliegern gespart. Vielleicht übt sich unser Bundesrat deshalb so oft im Kniefallen.

Naja, wir wären nicht die Ersten, die bei der Landesverteidigung den Trend verschlafen haben. Die Polen haben 1939 ihre Kavallerie gegen die deutschen Panzer in den Kampf geschickt. Natürlich war damit die Niederlage der Polen absehbar. Es gab einen regelrechten Blitzkrieg. Mit Pferden kann man nunmal nicht viel gegen Panzer ausrichten aber eben, manche Politiker lernen es nie. Landesverteidigung mit Schrott-Fliegern? weiterlesen

Luftkrieg zu Grossvaters Zeiten

Von Alexander Müller veröffentlicht am 14. Oktober 2011 | 1.849 mal gesehen

Die Messerschmidt ME-262 war der erste serienmässig produzierte Düsenjäger (Modell Schwalbe) bzw. Jagdbomber (Modell Sturmvogel). Sie wurde im 2. Weltkrieg von der deutschen Luftwaffe eingesetzt. Die Höchstgeschwindigkeit betrug in 6000 Metern 870 km/h. Sie konnte bis zu einer Gipfelhöhe von 11’450 Meter aufsteigen. Das war zu Grossvaters Zeiten eine beachtliche Leistung. Doch heute ist sogar ein Airbus A-380 mit über 800 Passagieren an Bord schneller. Ein Airbus A-380 hat eine Höchstgeschwindigkeit von 0.95 Mach (über 900 km/h) und eine Dienstgipfelhöhe von 13’100 Meter. Anmerkung zum Name „Schwalbe“, Schwalben sind Vögel, die sehr schnell und äusserst wendig fliegen können.

Luftschlacht mit B-17 Bombern

Messerschmidt schiesst fliegende Festung (B-17 Bomber) ab

Heute sind Europäer längst nicht mehr führend, was die Herstellung von Kampfflugzeugen anbelangt. Der zurzeit beste Luftüberlegenheitsjäger der Welt (F-22 Raptor) wird in den USA hergestellt.

Der Luftüberlegenheitsjäger F-22 Raptor ist den Kampfflugzeugen aus europäischer Produktion überlegen. Unsere Luftwaffe hätte weder mit der Rafale,  dem Eurofighter noch mit der Gripen eine Chance gegen die F-22 Raptor. Sie könnte somit Überflüge von allierten Flugzeugen nicht verhindern, wenn die allierten Flugzeuge Geleitschutz von einer Staffel F-22 Raptor hätten. Ziemlich beschämend und peinlich. Die Bank Europas kann sich nicht gegen den Sheriff der Welt verteidigen.

Wenn wir schon die F-22 nicht bekommen, weil wir es uns aus Armutsgründen und Kleingeistigkeit oder fehlendem Verhandlungsgeschick nicht leisten können, dann sollten wir wenigstens die F-35 kaufen…

PS: Es fällt auf, dass die Piloten und Schützen in Dokumentarfilmen weniger aufgeregt und emotional miteinander reden als dies in Hollywood-Filmen der Fall ist. Weltfremden Regisseuren war Action, Dramatik und politisches Statement wahrscheinlich wichtiger als eine möglichst reale und banale Darstellung der damaligen Luftschlachten. Wenn man sich in einem Kampfgetümmel wiederfindet hat man oft keine Zeit Angst zu haben oder irgendwelchen anderen Emotionen nachzugehen. Einfach deshalb, weil man mit kämpfen, angreifen und überleben sowie Überblick behalten beschäftigt ist. Wer da durchdreht, der gefährdet sein Leben. Ausserdem wurden die Leute für ihre Einsätze trainiert und mental darauf vorbereitet, was sie erwartet. Man muss sich in Gefechtssituationen konzentrieren, wenn man gewinnen und überleben will. Aber sowas wissen viele Regisseure der Alt-1968er Generation offenbar nicht. Oder aber sie haben mehr Wert auf ein politisches Statement gelegt (Antikriegs-Kriegsfilme).