Urlaub in der Region Neapel

Von Alexander Müller veröffentlicht am 22. April 2017 | 54 mal gesehen

Kürzlich war ich für ein paar Tage in Neapel und Umgebung. Es gibt dort auf relativ engem Raum sehr viele kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten. Auch die berühmte Insel Capri ist nicht weit.

NEAPEL

Ich hatte einen Fensterplatz und konnte daher bereits beim Anflug mit dem iPhone ein gutes Foto schiessen.

Anflug auf Neapel, 9.04.2017 mit Blick auf den Vesuv

Ich war das erste Mal in Neapel, habe mich dort aber relativ schnell und gut zurecht gefunden. Planerisch habe ich zwar vor meiner Reise einen Fehler gemacht. So habe ich ein Hotel in Volla ausserhalb von Neapel gebucht. Von dort aus hatte ich zwar einen guten Blick auf den Vesuv, mein Standort war aber nicht so verkehrsgünstig gelegen. Das Taxi vom Flughafen nach Volla kostet zwischen 20-30 Euro. Dasselbe zahlt man von Volla nach Neapel bzw. von Neapel zum Flughafen. Man sollte den Preis vorher aushandeln, vor allem wenn man alleine unterwegs ist, da man alles selbst zahlen muss. Der ÖV ist hingegen ausgesprochen günstig. Der Bus von Volla nach Neapel kostet nur 1.50 Euro. Allerdings gibt es an den Bushaltestellen keinen Fahrplan. Ich wusste also nicht wann der Bus kommt bzw. ob er überhaupt kommt. Dann musste ich teilweise etwas lange auf den Bus warten. Hin und wieder musste die Bushaltestelle auch gesucht werden, weil diese von Autos zu parkiert wurde. Dafür bin ich das erste Mal gratis mit dem Bus von Volla nach Neapel gefahren. Auch problematisch war, dass die Fahrtrichtung an der Haltestelle nicht angegeben wird. Das ist vor allem für Leute, die das erste Mal in der Region sind ein Problem. Ich habe dann einfach nachgefragt wobei ich nicht italienisch spreche und die meisten Passanten dort nicht englisch sprechen. Ich bin trotzdem immer dort angekommen wo ich hin wollte. Einige Male wurde ich sogar von Italienern nach dem Weg gefragt als ich an der Bushaltestelle wartete.  Ich spreche zwar wie gesagt nicht italienisch bzw. napolitanisch, doch das heisst nicht, dass ich nichts verstehe. Wenn ich ein Hotel in Neapel gebucht hätte, hätte ich mir viel Zeit sparen können und mehr sehen können. Neapel ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Die Metro kostet 1 Euro und erschliesst die Stadt recht gut.

Pompeji, Herculaneum, Vesuv

Pompeji und Herculaneum kann man ebenfalls problemlos und günstig mit dem Zug erreichen. In den Schweiz hatte ich mir den Führer durch die Ausgrabungen von Pompeji aufs Handy heruntergeladen. So konnte ich bereits im Flugzeug meine Pompeji-Tour planen. Es lohnt sich zudem noch vor der Abreise auf ticketone.it für 20 Euro das Ticket „Cumulativo 5 siti“ zu kaufen. Damit kann man Pompeji, Herculaneum und drei weitere Sehenswürdigkeiten problemlos innerhalb von 3 Tagen betreten ohne an den Ticketständen anstehen zu müssen. Eine gute Vorbereitung von solchen Reisen lohnt sich, alleine reisen ebenso, da man sich so auf das fokussieren kann, was einem interessiert. Dank bereits vorher gekauftem Mehrfachticket, bin ich mühelos an der Besucher-Schlange im Eingang vorbeispaziert.

Pompeji

In der Arena des Amphitheaters in Pompeji

Den ersten Tag verbrachte ich einzig in Pompeji. Am Bahnhof hatte ich mir zum Glück noch Sonnencreme Faktor 50 gekauft. Anschliessend betrat ich Pompeji durch die „Porta Marina“. Das heisst vorher machte ich noch einen Abstecher in die privaten Thermen vor dem Tor. Vor der Porta Marina kann man sich übrigens den Führer, den ich schon auf meinem Handy hatte, zusammen mit einem Stadtplan in Papierform beschaffen. Es lohnt sich, sich den Führer und den Stadtplan zuzulegen, denn sonst ist man in der Stadt verloren. Obwohl ich praktisch einen ganzen Tag dort war und mit einer Flasche Wasser und meinem iPhone bewaffnet pausenlos von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten eilte, reichte es nicht um alles zu sehen. Die Stadt hatte übrigens schon ein ausgezeichnetes Bewässerungssystem mit zahlreichen Brunnen. Einige funktionieren immer noch und es ist offenbar sogar trinkbar. Es gibt in Pompeji sehr viele Sehenswürdigkeiten. Als ich am ersten Tag am späteren Nachmittag am Haus des Marcus Lucretius Fronto ankam, es liegt in einer Nebengasse, war es geschlossen. Dies weil es nur am Vormittag geöffnet war. Deshalb war ich am nächsten Tag nochmals am Vormittag in Pompeji und schaute es mir dann an. Es lohnt sich, dieses Haus zu besichtigen. Das Haus hat schöne Wandbemahlungen und an einem Fenster kann man sogar noch Reste des Fensterglases erkennen. Das in einem Haus, welches im Jahr 79 verschüttet wurde! Dank meinem Mehrfachticket konnte ich Pompeji auch am zweiten Tag problemlos betreten. Diesmal betrat ich Pompeji jedoch beim Eingang in der Nähe des Amphitheaters.

Selfie in Pompeji (die Teleskop-Stangen für das iPhone sind eine tolle Sache)
Fernab vom Touristenrummel alleine in einem Stadtviertel vom Pompeji – Es hat schon fast meditativen Charakter (Nicht mit einer lauten Schulklasse hingehen!!! Das stört und lenkt ab.)

Nach der Besichtung von Pompeji genehmigte ich mir in Neapel eine Pizza bei Di Matteo, bei dem schon Bill Clinton gegessen hat. Pizza ist in Neapel ausgesprochen gut und bei Di Matteo und Sorbillo schon für unter 10 Euro erhältlich! Bei Sorbillo musste ich eine Stunde anstehen ehe ich hinein kam. Dort stehen auch sehr viele Einheimische oder zumindest Italiener an. Das Nastro Azzuro Bier kann es übrigens locker mit 99% der Schweizer Biermarken aufnehmen. Einzig das Chopfab-Bier aus Winterthur kann noch mithalten. Es muss aber eiskalt sein und man sollte es unbedingt aus einem Glas trinken. Die servieren es aber gerne zusammen mit Plastikbechern, in diesem Falle entweder ein Bierglas verlangen oder einfach aus der Flasche trinken, denn dann schmeckt es einfach viel besser.

Bei Di Matteo

Vesuv und Herculaneum

Da Herculaneum näher am Vesuv liegt, bietet es sich an von dort aus auf den Vesuv aufzubrechen. Der Aufstieg ist gratisfitness, schnelles Gehen lohnt sich also.

Vesuv

Selfie auf dem Vesuv

Herculaneum

Herculaneum ist auf Jedenfall ebenfalls sehenswert. Wer einen Blick fürs Detail und kulturhistorische Kenntnisse hat, der erkennt, dass das Hakenkreuz in Europa schon lange vor den Nazis verbreitet war. Es ist daher vermessen dieses Symbol einzig mit den Nazis in Zusammenhang zu bringen. Ein politisches Verbot dieses Symbols, wie es Juden und Linke fordern, zeugt daher von ausgesprochener Dummheit und geschichtshistorischer Ignoranz. Es kann nicht sein, dass ein uraltes Glückssymbol verbannt wird, weil es im 20 Jahrhundert von einer Partei vereinnahmt wurde. Eine solche Verbannung ist inakzeptabel. Das Hakenkreuz ist keine Erfindung der Nazis, sie hatten nicht das Patent darauf.

Vor dem Haus des Deutschen in Herculaneum (Witz). Hakenkreuze findet man übrigens sowohl in Pompeji als auch in Heculaneum. Beide Städte wurden im Jahr 79 verschüttet. Vielleicht wohnte im Haus ja ein ehemaliger Legionär, der bei der Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahr 70 dabei war (Witz).

Santa Maria Capua Vetere

Das Amphiteater von Spartacus liegt im antiken Capua, welches im Jahr 840 von den Sarazenen vollständig zerstört wurde. Ich war dort fernab der grossen  Touristenströme praktisch alleine, wie man auf meinem Selfie gut sehen kann. Eine Besichtigung des Amphitheaters lohnt sich für Geschichtsinteressierte mit Blick fürs Detail auf jeden Fall. Die Anreise mit dem Zug von Neapel aus ist ausgesprochen günstig. Für den Zug von Neapel nach Santa Maria Capua Vetere habe ich 3.10 Euro gezahlt. Obwohl es von Neapel nach Capua eine ordentliche Strecke durch Kampanien ist. In Zürich hätte ich dafür nicht einmal eine Tageskarte fürs Tram bekommen. Das Ticket habe ich am deutschsprachigen Automaten im Hauptbahnhof erstanden. Die italienischen Automaten sind besser und einfacher zu bedienen als jene von der SBB. Ich habe allerdings nur einfach gebucht und kam dann noch ins Schwitzen als ich zu spät am Bahnhof in Capua ankam und an der Bar noch ein Ticket für die Rückreise nach Neapel kaufen musste. Der Zug war dann auch nicht so pünktlich und somit schaffte ich es noch. In der Schweiz hätte ich ihn wohl verpasst.

Amphitheater Capua
Amphitheater in Capua – Spartacus begann seine Revolte in Capua
Das Amphitheater in Capua ist wirklich imposant und sehenswert.
Im Amphitheater in Capua, 12.04.2017

Es ist schon eindrücklich selber einmal in der Arena eines Amphitheaters zu stehen und auf die Zuschauerränge zu blicken. Ahnend, was sich dort einst alles ereignete. Achtung, der folgende Film ist nichts für Kleinkinder!

Nationalmuseum in Neapel

Das Nationalmuseum in Neapel habe ich natürlich auch besucht. Dort findet sich übrigens das berühmte Mosaik der Schlacht bei Issos, welches in Pompeji gefunden wurde. Dort befindet sich heute eine Kopie davon.

Schlacht bei Issos – Mosaik aus Pompeji – Die Frau links im Bild wollte trotz mehrfacher Aufforderung einfach nicht weggehen und ich bekam deswegen noch Streit mit ihr. Nachher kam eine geführte Gruppe und ich konnte ein weiteres Foto vergessen.
Mit Kaiser Caracalla
Am europäischen Schönheitsideal hat sich in den vergangenen 2000 Jahren zum Glück nicht viel geändert.

Von einem Norditaliener habe ich gehört, dass Neapel gefährlich sei und man aufpassen müsse usw. Es ist Quatsch. Klar muss man aufpassen, doch das muss man in anderen Städten auch. Ich habe mich in Neapel relativ sicher gefühlt. Die Polizei ist wachsamer als in Zürich und ich konnte mich dort problemlos zu Fuss und mit dem ÖV bewegen. Allerdings wollte man mir zweimal ein iPad mit iPhone für 100 Euro anbieten. Als ich sagte, ich hätte nur 20 Euro, wollte er es mir für 20 Euro geben. Sowas sollte man natürlich nicht kaufen, da es gegen den Wind nach Betrug und Verbrechen stinkt. Ich dachte erst, es handelt sich um gestohlene Ware, doch die polnische Receptionistin im Hotel meinte, dass es leere Hüllen seien. Also, einfach die Finger davon lassen. Vor über 20 Jahren ist mir so ein Betrüger auch im Fürstentum Liechtenstein begegnet. Der wollte mir damals  Lederjacken verkaufen. Das gibt es also nicht nur in Italien. Einfach weitergehen und fertig. Sicher kann man nicht ausschliessen, dass man in Neapel auch überfallen werden kann, doch es ist eine Stadt, die grösser ist als Zürich und meiner Meinung nach ist Zürich nicht weniger gefährlich. Vor allem am 1. Mai tummeln sich in der Stadt Zürich die gefährlichen Asozialen. Im Vergleich zu Neapel ist Zürich übrigens wie ein überschaubares Dorf. Vor dem Heimflug bin ich dann noch auf das Castel Sant’Elmo gegangen. Von da aus hat man einen guten Überblick über die Stadt. Wenn ich direkt in der Stadt gewohnt hätte, hätte ich noch mehr gesehen, denn es gibt dort definitiv mehr zu sehen als es mir in den 4 Tagen möglich war, die ich dort war. Das was ich mir für diese Reise vorgenommen habe, hab ich gesehen und es war interessant. Damit war die Reise ein voller Erfolg.

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3 Gedanken zu „Urlaub in der Region Neapel“

  1. Na, dann wird es ja bei den hiesigen Qualitätsjournalisten bald die Schlagzeile geben: „Also doch! Müller fuhr extra nach Italien, nur um Hakenkreuze zu fotografieren.“

    Michelle Binswanger und Konsorten lassen grüssen.

  2. Ach was, ich bin nur für die Schweizer Justiz eine Person der Zeitgeschichte, damit sie jene, die meine Persönlichkeitsrechte verletzt haben, ungeschoren davon kommen lassen können. Die übrige Bevölkerung interessiert sich doch gar nicht für mich und mein Schicksal. Die hat jetzt das völlig falsche Bild bzw. die lächerliche Karikatur von mir, welches die Medien von mir auf der Grundlage eines einzigen Tweets gezeichnet haben und sind damit zu frieden, da sie es nicht weiter hinterfragen. Ausserdem wusste ich zwar, dass Hakenkreuze auch in Europa eine lange Tradition haben, doch dass es in Pompeji und in Herculaneum Mosaike mit Hakenkreuzen gibt, wusste ich nicht. Ich habe aber ein Auge fürs Detail und daher ist es mir dort sofort aufgefallen als ich es sah. Ich bin aus kulturhistorischem Interesse dorthin gegangen und quasi wie zufällig zuerst in Pompeij und dann auch in Herculaneum darauf gestossen (wie von göttlicher Hand geführt). In gebildeten Kreisen ist überdies schon längst bekannt, dass das Hakenkreuz auch in Europa eine uralte Tradition hat, die über die NS-Zeit weit hinausgeht. Das ist nur bei den dümmlichen deutschsprachigen Mainstream-Medien, bei linken Parteien (SP, Grüne und CVP), in religiösen Kreisen und beim einfachen Proletariat noch nicht angekommen. Ich habe ja auf diesem Blog schon früher zu diesem Thema etwas geschrieben und zwar hier: Über das Hakenkreuz

    Sogar der Dalai Lama hat kein Problem damit, das haben nur die hiesigen Linken wie Bundesrätin Leuthard von der CVP und einige Juden, aber übrigens auch nicht alle. Für andere Völker war bzw. ist es ein Glückssymbol bzw. ein Symbol für Kraft. Wenn man sich eine Galaxie im Kosmos anschaut, sieht man eine Spiralform, die ein Hakenkreuz symbolisch darstellt. Im Grunde genommen ist es ein Symbol für die Gravitationskraft (=Massenanziehungskraft).

    Dalai Lama mit Hakenkreuzen

  3. Rom steht auch noch auf der Liste. Ich war zwar als Kind schon mal dort, doch da war ich eben nicht alleine und konnte mir bei weitem nicht alles anschauen was ich wollte. Das will ich noch nachholen. Von aussen habe ich das Kolosseum schon gesehen aber nicht mehr. Mein Vater, der Architekt ist, hatte nicht ganz die gleichen Interessen wie ich. Am besten reist man wirklich alleine, dann kann man sich wirklich dem widmen, das einem interessiert und muss nicht mit irgendeinem Begleiter darum ringen. Das Pantheon und das Kollosseum usw. stehen z.B. noch auf der Liste, der Dinge dich ich mir ansehen will. Dieses hochinteressante Relief mit Gladiatoren ist dort z.B. zu sehen:

    Gladiatoren

    Auch im Amphitheater in Capua gab es interessante Reliefs. Das habe ich dort aufgenommen:

    Amphitheater Capua

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